quelle: lit. w. saal 1992

Balgstädt, Burgenlandkreis, südöstl. vom Ort im nordwestl. Teil des Waldgebietes 'Rödel' (Brückenholz), im Bereich des alten 'Balgstädter Marktweg', Balgstädt-Naumburg (günstig erreichbar: vom südöstl. Ortsrand erreicht die  Straßenverlängerung 'Am Marktstieg' ca. 500 m nach den letzten Anwesen den beidseitigen Waldeintritt, wo dem dort nach rechts abzweigenden Waldweg weitere 300 m in den Bereich des Standortes zu folgen ist), Steinkreuz

Obertägige Maße: (aktuell nicht bekannt), aus drei Teilen zusammengesetztes Steinkreuz lat. Form aus Muschelkalk mit gewölbter Balkenverbreiterung von Arme und Kopf und geringer Schafterweiterung; im Kreuzungsfeld ein Ring, bestehend aus zwei linear eingetieften Kreisen im Abstand von 14 cm, zwischen den Kreise eine umlaufende heute nicht mehr entzifferbare eingehauene Inschrift; innerhalb des Ringes ebenfalls heute nicht mehr deutbare Darstellungs- bzw. Relieffragmente; wenig über dem Zirkelpunkt eine lochartige Vertiefung, die als Abriebsmal deutbar ist, s. Einf. (Verf.)

'An der Nordwestecke des Rödels, wo der alte Balgstädter Marktweg aus dem Holze kommt. Dreiteiliges lateinisches Kreuz mit leicht eingezogenem Schaft und tatzenförmigen Armen und Kopf auf einem nahezu quadratischen Sockel, in den der Schaft eingelassen ist. Die Winkel sind nicht scharf herausgearbeitet, sondern hat in ihnen kleine Kreisausschnitte stehen lassen. Diese Kreisausschnitte sind Teile des Außenkreises eines Ringes, in dem eine nicht überlieferte Inschrift vermutet werden kann. Auch im Innenkreis ist eine Darstellung mehr zu erahnen als zu erschließen. Ein Loch befindet sich oberhalb des Kreismittelpunktes. Der Sockel ist abgefast und 94 cm: 86 cm: 40 cm (über Boden) groß. Der Schaftteil von nahezu quadratischem Querschnitt ist 61 cm hoch und an der Basis 38 cm: 33 cm groß. Das Oberteil ist 65 cm hoch, über den Armen 87 cm breit und 30 cm stark. Kopf, Arme und Schaft zeigen Abschläge, die möglicherweise auf das häufige, nachgewiesene Umstürzen zurückzuführen ist. Ferner sind Verwitterungsschäden, besonders auf der Sichtseite, feststellbar. Muschelkalk. 14.-15. Jahrhundert. Das Kreuz ist auf einer Flurkarte von 1723 bereits eingezeichnet. An seiner Stelle soll ein Balgstädter Schmied erschlagen worden sein. Am Kreuz sollen sich aber auch die Wallfahrer gesammelt haben, die von hier aus auf den Knien zum Bild des Hl. Gangolf in Balgstädt in einer Viertelstunde gerutscht seien, um sich den begehrten Ablaß zu verschaffen. Hauptwallfahrtszeit war Pfingsten. Liebers sah in den im Durchmesser 52 cm und 38 cm großen Kreisen ein Sonnenrad und in dem erschlagenen Balgstädter Schmied den hammerschwingenden Gott Thor' (Lit. W. Saal 1989)

Quellangaben: Lit.: 1. Walter Saal, Steinkreuzsagen aus Sachsen-Anhalt, Nr 7, 1992, S. 34 m. Abb. (Kopie), 2. Walter Saal, Steinkreuze und Kreuzsteine im Bezirk Halle, Halle 1989, S. 27, Nr. 1 m. Abb. 81, 3. H. Größler, Nachlese von Sagen und Gebräuchen der Grafschaft Mansfeld und ihrer nächsten Umgebung, in: Mansfelder Blätter 1, 1887, S 21-30, 4. Neumann, Alte Steinkreuze in der Gegend der mittleren Saale, in: Beil. zum Programm der Oberrealschule Weißenfels 1907, 5. H. Sieling, Steinkreuze und Wappensteine bei Naumburg, Naumburg 1916, 6. B. Liebers, Unsere Steinkreuze - germanische Heiligtümer, 1937, 7. H. Köber, Die alten Steinkreuze und Sühnesteine Thüringens, Erfurt 1960, Internet: 1. wikipedia.org-wiki-Liste der Kulturdenkmale in Balgstädt: auf dem Rödel, südlich der Ortslage, *Sühnekreuz, ID 094 30040, Kleindenkmal, 2. mapy.com-Balgstädt m. Standortangabe u. Fotos

Anmerkung
*Sühnekreuz: liegt ein Sühnevertrag vor ? (Verf.)

c.2026  www.kreuzstein.eu