quelle: lit. w. saal 1989

Eckartsberga, Burgenlandkreis, A: westl. im Ort, am Zaun des Anwesens 'Heideweg Nr. 206 A' (Oberer Heideweg), westseitig 'Alte Straße' (Teilstück *Via Regia, 801), Steinkreuz

Obertägige Maße: (aktuell nicht bekannt, derzeitige Situation nicht bekannt), Höhe 1,68 m, Br. 70 cm, T. 27 cm (Ang. W. Saal 1989), langschaftiges Steinkreuz aus Sandstein mit gedrungenem Kreuzstand gotischer Stilepoche 14. Jh. mit einem linear eingetieften auf der Spitze stehenden Schwert (Verf.)

An der ehemaligen 'Alten Straße' von Niederholzhausen nach Bad Kösen, an der Nordostecke des ehemaligen Hirtenhauses in einer Zaunnische. Tatzenkreuz mit Anklängen an gotische Formen, mit Schwertdarstellung. Der Knauf des Schwertes ist 29 cm hoch, die Parierstange 25 cm breit und die Klinge über 112 cm hoch. Der Schaft hat am Boden ein Ausmaß von 54 cm : 33 cm. Um 1400. Am Kreuz soll ein erschlagener schwedischer Offizier begraben sein (Lit. W. Saal 1989, Auszug)

*Via Regia
Die Via Regia (lat. für 'Königliche Straße' oder 'Königlicher Weg') oder 'Hohe Straße' war im Mittelalter und der frühen Neuzeit ein Sammelbegriff für unterschiedliche Straßen, die unter dem Schutz eines Herrschers (Könige, Kaiser) standen. Der Begriff umfasste Handelswege und Militärstraßen im Heiligen Römischen Reich ebenso wie Pilgerwege. Dabei verbanden die zahlreichen unverbundenen und teilweise parallel verlaufenden Einzelwege die Regionen des westlichen Europas wie das Rheinland mit osteuropäischen Regionen wie Schlesien.
Via Regia 'war ursprünglich ein Rechtszustand im mittelalterlichen Straßenwesen. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation waren es Handelswege, die unter dem Schutz der königlichen Zentralgewalt standen'. Sie standen auch unter besonderem Friedensschutz, siehe Reichsstraße oder Altstraße. Der Begriff bezeichnete im allgemeinen Sinn ursprünglich nicht eine bestimmte Straße, sondern eine Straßenart (Wikipedia.org-wiki-Via-Regia)

Quellangaben: Lit.: 1. Stephan Altensleben, Rätselhafte Steinkreuze - Die Entdeckung ihrer wahren Bedeutung, Langenweißbach 2023, 2. Walter Saal, Steinkreuze und Kreuzsteine im Bezirk Halle, Halle 1989, S. 24 m. Abb. 67 (Kopie), daraus: 2. B. Liebers, Unsere Steinkreuze - germanische Heiligtümer, 1937, 3. H. Köber, Die alten Steinkreuze und Sühnesteine Thüringens, Erfurt 1960, Internet: 1. wikipedia.org-wiki-Liste der Kulturdenkmale in Eckartsberga: Heidenweg Nr. 206 A, Gedenkstein, ID 094 95620, Kleindenkmal (o.F.)

quelle:  lit. w. saal 1989

Eckartsberga B: OT Mallendorf, am westl. Ortsausgang, südseitig an der 'Buttstädter Straße' Richtung Niederholzhausen, auf der Straßeninsel am Abzweig nach Seena (Teilstück Via Regia), kurz nach der Bushaltestelle, Steinkreuz

Obertägige Maße: (aktuell nicht bekannt), Höhe 1,06 m, Br. 78 cm, T. 18 cm (Ang. W. Saal 1989), sog. 'Tatzenkreuz' (nach außen verbreiterte Balken), in lat. Form auch 'Byzantinerkreuz' genannt, aus Kalkstein (Verf.)

Spätes 15. Jahrhundert. Das Kreuz wurde 1935 bei Grabenausschachtungsarbeiten am 'Hangborn' an der 'Alten Burg' gefunden, stand dann einige Zeit im Keglerschen Fabrikgrundstück südlich des jetzigen Standortes (Verf. frei nach Lit. W. Saal 1989)

Quellangaben: Lit.: 1. Stephan Altensleben, Rätselhafte Steinkreuze - Die Entdeckung ihrer wahren Bedeutung, Langenweißbach 2023, 2. Walter Saal, Steinkreuze und Kreuzsteine im Bezirk Halle, Halle 1989, S. 24 m. Abb. 69 (Kopie), daraus: 2. B. Liebers, Unsere Steinkreuze - germanische Heiligtümer, 1937, 3. H. Köber, Die alten Steinkreuze und Sühnesteine Thüringens, Erfurt 1960, Internet: 1. wikipedia.org-wiki-Liste der Kulturdenkmale in Eckartsberga: Buttstädter Straße, Gedenkstein, ID 094 81382, Kleindenkmal (o.F.)

Geschichte
Die Geschichte Eckartsbergas ist untrennbar mit der Gründung und dem Bau der Eckartsburg 966 durch Markgraf Ekkehard I. von Meißen verbunden. Grund war die Lage auf dem Sachsenberg an der wichtigen Via Regia. Der als Reihendorf angelegte Ort vor der Burg tauchte erstmals 1073 in einer Urkunde auf. Bei Eckartsberga befinden sich die geringen Reste der sog. 'Altenburg' oder 'Alte Burg', heute ein sog. 'Burgstall', der sich am südwestlichen Ortsrand von Mallendorf auf der Höhe westl. oberhalb des Friedhofes befindet. Diese Burg bestand neben der Eckartsburg bis zu ihrer Zerstörung durch Landgrafen Friedrich III. im Jahre 1364 (G. A. Emsmann, Ortsgeschichte Eckartsberga, Halle 1832, S. 34). Eckartsberga hatte im späten Mittelalter Marktrecht, Stadtrecht (seit 1288), war Münzprägeort und hatte eine eigene Gerichtsbarkeit. Ab 1485 war die Stadt Sitz des gleichnamigen sächsischen Amtes. Als Erbauer der Reichsburg gilt der Markgraf von Meißen, Ekkehard I. Er wurde 985 mit der Mark Meißen belehnt und soll die Burg 998 zum Schutze bzw. Kontrolle der Via Regia erbaut haben, die im Teilstück von Erfurt kommend über Berlstedt-Buttelstedt-Nermsorf-Obereißen-Rudersdor-Thüsdorf-Eckartsberga zum wichtigen Straßenknotenpunkt südöstl. von Hassenhausen führte, wo die sog. 'Weinstraße' (Wagenstraße) abzweigte, eine Nebenstrecke der Via Regia. 1121 erhielt der thüringische Graf Ludwig der Springer im Zuge der Aussöhnung der thüringischen Adelsopposition mit dem Kaiser die Eckartsburg als Eigentum. Nach dem Tode Heinrich Raspes folgte in Thüringen ein langwieriger Erbfolgekrieg, in den von Anfang an die Eckartsburg hineingezogen wurde. Der Wettiner Heinrich der Erlauchte eroberte 1247 die Burg und baute sie zu einem Stützpunkt für die folgenden Kämpfe aus. Sehr bedeutend für die weitere Geschichte Sachsens und Thüringens – mit Nachwirkungen bis in das 20. Jahrhundert – war die Teilung der wettinischen Landesherrschaft im Jahre 1485 in die Linien der 'Ernestiner' und der 'Albertiner'. Diese Landesteilung von Leipzig zwischen Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht stand am Beginn der neuzeitlichen Staatengeschichte Mitteldeutschlands. Eckartsberga und die Eckartsburg fielen der albertinischen Linie zu, zu der die Mark Meißen gehörte. Fortan gingen die ernestinischen und albertinischen Fürsten getrennte Wege, was zu immer weiteren Zersplitterungen führte, wobei die Linie der Albertiner der sächsischen Geschichte verbunden geblieben ist (wikipedia.org-wiki-Eckartsberga-Geschichte, Auszüge)

Das Steinkreuz A mit Schwerteinzeichnung ist ein typisches Gerichtskreuz. Das Schwert, ein altes Schwurzeichen, wurde später das Zeichen des mittelalterlichen Hochgerichts des weltlichen Adels. Der Standort an der Via Regia deutet mit großer Wahrscheinlichkeit auf ein  Straßengericht der einst ansässigen weltlichen Grundherrschaften hin, das mit dem dazugehörenden Gerichtsfriede vom Steinkreuz angezeigt wurde. Das Steinkreuz B, aufgefunden bei der 'Altenburg', könnte ebenfalls aus deren Gerichtsbarkeit hervorgegangen sein, indem es eventuell das Burggericht oder auch die Burgfriedensgrenze angezeigt hat (Verf.)

c.2026  www.kreuzstein.eu