quelle: lit. w. saal 1989

Gerbstedt, Lkr. Mansfeld-Südharz, A: im Ort, im Anwesen 'Luisenstraße Nr. 14' (Ang. Lit. W. Saal, 1989: 'Ernst-Fügner-Straße 14'), östl. Hofteil, in Südwand des Wohnhauses vermauert, Steinkreuzfragment

Maße: Höhe 38 cm, Br. 57 cm (derzeitige Situation nicht bekannt), nur noch im Oberteil erhaltenes Steinkreuz aus Siebigeröder Sandstein (Verf.) 

Geschichte
15./16. Jh. oder gar jüngerer verworfener Werkstein ?. Der Kreuzrest wird nach 'Ortsgeschichtlern' mit dem 'Pfaffenkreuz' in Verbindung gebracht, das zwischen Gerbstedt und Welfesholz auf einem Kirchenplan stand und Anfang des 19. Jh. vergraben wurde, weil es bei der Feldbewirtschaftung hinderlich war. 40 Jahre später wurde es wieder ausgepflügt und beim Neubau eines Wohnhauses verwandt. Das Kreuz könnte ein verbautes Teilstück des einstigen 'Pfaffenkreuzes' sein. Der Bau des Wohnhauses 'Ernst-Fügner-Straße 14' muss etwa um 1870 erfolgt sein (Verf. frei nach Lit. Walter Saal 1989)    

Quellangaben: Lit.: 1. Walter Saal, Steinkreuze und Kreuzsteine im Bezirk Halle, Halle 1989, S. 19 (Kr. Hettstedt) m. Abb. 44 (Kopie), Internet: 1. Wikipedia.org-wiki-Liste der Kulturdenkmale in Gerbstedt: Luisenstraße 14, Gedenkstein, Pfaffenkreuz, Pfaffenstein, Feldpredigerstein, ID 094 65801, Kleindenkmal

urheber: einsamer schuetze

Gerbstedt B: südwestl. des Ortes am Fahrweg Richtung Welfesholz (günstig erreichbar: am südl. Ortsausgang zweigt von der Straße 'Am Kesselborn' ein Fahrweg rechts Richtung Westen ab, der nach ca. 1,2 km den Standort erreicht), Menhir oder verstümmeltes Steinkreuz ? (Verf.), Benennung: 'Hoyerstein' oder 'Löchriger Stein'

Maße: Höhe 1,1 m, Br. 1,0, T. 35 cm, Material: Braunkohlenquarzit (Verf.)

Geschichte
'Menhir' ('Hinkelstein') ist eine bretonische Bezeichnung für aufgerichtete, oft mehrere Meter hoher Monolithen, die als Kultsteine heidnischer Völker bereits weit vor Christus bekannt sind.
Der 'Hoyerstein' wurde 1898 umgesetzt. Ursprünglich stand er etwa 100 m weiter südlich auf dem Gebiet der Wüstung Dankendorf. Bei der Umsetzung wurde 2 m neben dem ursprünglichen Standort ein Steinkistengrab entdeckt. An seinem heutigen Standort ist er in einen Sockel eingelassen und dient dem Gedenken an den in der Schlacht am Welfesholz gefallenen Grafen Hoyer I. von Mansfeld. Die Aufschrift des Sockels lautet:
„Löcheriger Stein. / Schlacht am Welfesholze / im Jahr 1115. / Ich, Graf Hoyer ungeboren, / habe noch keine Schlacht verloren, / so wahr ich greif’ / in diesen Stein, / auch diese Schlacht muss meine sein.“
Um den Menhir rankt sich die unter anderem von den Brüdern Grimm überlieferte Sage, dass es im Vorfeld der Schlacht am Welfesholz ein Gewitter gab und der Stein deshalb ganz weich geworden sei. Graf Hoyer konnte deshalb mit seiner Hand in den Stein hineingreifen und schwor, so wahr er in den Stein greifen könne, so müsse er auch die bevorstehende Schlacht gewinnen. Im Zusammenhang mit dem Glauben, Gewitter würde Steine weich machen, steht auch die Verwendung des Menhirs als Nagelstein. Nägel konnten angeblich nur bei Gewitter in Steine eingeschlagen werden. Waldtraut Schrickel konnte in den 1950er Jahren noch auf allen Seiten des Menhirs eingetriebene Nägel feststellen. Mittlerweile sind diese aber vollständig entfernt worden (Verf. frei nach wikipedia.org-wiki-Menhir-von-Gerbstedt)

Quellangaben: Lit.: 1. Johannes Groht: Menhire in Deutschland. S. 452, 2. Waldtraut Schrickel: Westeuropäische Elemente im Neolithikum und in der frühen Bronzezeit Mitteldeutschlands. Teil I. Katalog. S. 32, Internet: 1. wikipedia.org-wiki-Menhir-von-Gerbstedt, 2. wikipedia.org-wiki-Liste der Kulturdenkmale in Gerbstedt: Südwestlich von Gerbstedt, Gedenkstein, Menhir von Gerbstedt, ID 094 65764, Kleindenkmal m. Foto v. 17.9.2010 (Kopie), Urheber: 'Einsamer Schütze' (Eig. Werk) Liz.-Nr. CC BY-SA 3.0

urheber: pomfuttge quelle: lit. w. saal 1989 kopie

Gerbstedt C: OT Augsdorf, nordöstl. des Ortes, südseitig am Weg zum ehem. 'Brosowski-Schacht' (heute Anwesen Schützenverein), früher 'Paul-Schacht' (1900), ca. 300 m nach dem Ortsausgang 'Alte Dorfstraße', am erhöhten Feldrain, Steinkreuz

Obertägige Maße: Höhe 90 cm, Br. 73 cm, T. 22 cm, parallelkantiges Lat. Steinkreuz aus Bösenburger Sandstein (Verf.)

Geschichte
Frühes 15. Jahrhundert. Um 1860 soll das Kreuz die aufgemalte Inschrift 'Dem Andenken an Gottlieb Staub' gezeigt haben. Staub war der Besitzer der umliegenden Felder (Verf. frei nach W. Saal 1989) 

Quellangaben: Lit.: 1. Walter Saal, Steinkreuze und Kreuzsteine im Bezirk Halle, Halle 1989, S. 17 m. Abb. 31 (Kopie), 2. G. Winckler, Doch noch ein Steinkreuz, in: Mansfelder Heimatkalender 7, S. 45, 1928, Internet: 1. Wikipedia.org-wiki-Liste der Kulturdenkmale in Gerbstedt, OT Augsdorf: Östlich Augsdorf, Weg zum Otto-Brosowski-Schacht, ca. 300 m hinter den letzten Häusern des Ortes entfernt zwischen Rößberg und Hirtenberg, an der Innenseite eines Wegeknicks, Kreuzstein, ID 094 08093, Kleindenkmal m. Foto v. 14.7.2020 (Kopie), Urheber: 'Pomfuttge' (Eig. Werk) Liz.-Nr. CC BY-SA 4.0

verschollene Objekte:
Helbra: am Wege von Helbra nach Eisleben befand sich nach *Cyriakus Spangenberg (Mansfeldische Chronik, 1572) im 16. Jahrhundert ein Steinkreuz für den Totschlag Heinrichs von Benndorf auf Helbra an seinem Hofmeister. An der Totschlagsstelle habe er ein Steinkreuz errichten lassen müssen, auf das er sich zur Sühne legen musste, bis er in feierlicher Prozession ins Dorf geholt wurde und Absolution erhielt. Die Angelegenheit habe ihm 100 Gulden verursacht, wobei Spangenberg nicht unterscheidet, ob diese 100 Gulden nur das Wergeld waren oder sämtliche Kosten betrafen. Da Heinrich von Benndorf 1490 gemeinsam mit seinem Vetter oder Bruder Albrecht mit Helbra belehnt wurde, dürfte der Totschlag um 1500 geschehen sein (Quelle: Walter Saal, 1989)  

*Cyriacus Spangenberg (* 7. Juni 1528 in Nordhausen; † 10. Februar 1604 in Straßburg) war ein evangelischer Theologe, Kirchenlieddichter und Historiker (wikipedia.org-wiki-Cyriacus_Spangenberg)

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