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Naumburg (Saale), OT Großjena, Burgenlandkreis, südwestl. des Ortes, westl. der Unstrut, im Bereich des Parkplatzes kurz nach der Unstrutbrücke südseitig an der Straße nach Kleinjena, Steinkreuz

Obertägige Maße: (aktuell nicht bekannt), kleines gedrungenes, breitflächiges Steinkreuz aus Kalkstein plumper Form mit primitiv ausgearbeiten Balken - Indiz auf ein hohes Alter. Ansichtsseite linear eingetieftes schmalbalkiges lateinisches Kreuz mit runden Balkenenden (Verf.)

Geschichte
Der Ort wurde 1002 erstmals als Gene, später auch Wendischenjena erwähnt. Um das Jahr 1000 befand sich in Großjena eine Burg der Ekkehardiner, welche mit Verlegung des Stammsitzes nach Naumburg um 1010 an Bedeutung verlor. Nach dem Tod der Brüder Hermann und Ekkehard II. fielen ihre Erbgüter in Großjena an das Haus Wettin. 1271 eignete sie der wettinische Markgraf Dietrich der Bedrängte dem St. Georgenkloster Naumburg zu, das vom Bischof von Naumburg auch die Gerichte und bis 1593 andere Güter im Ort erlangte. Daneben bestand im Ort ein markgräfliches Lehngut, nach welchem sich das Adelsgeschlecht 'von Jena' benannte. Nach der Auflösung des St. Georgenklosters wurde das klösterliche Vorwerk im Jahr 1548 in ein Rittergut umgewandelt, das Kurfürst Moritz von Sachsen an Hans von Wilbrecht verlieh und später wechselnde Besitzer hatte. Großjena gehörte bis 1815 zum wettinischen, später kursächsischen Amt Freyburg. Die Gerichtsbarkeit über den Ort lag jedoch beim zum Hochstift Naumburg gehörigen Amt Naumburg. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses im Jahr 1815 wurde der Ort an das Königreich Preußen abgetreten und dem 1818 neu gebildeten Kreis Naumburg im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt (wikipedia.org-wiki-Großjena)

'Das Sühnekreuz Großjena befindet sich auf einem Parkplatz westlich der Unstrutbrücke zwischen den Naumburger Ortsteilen Kleinjena und Großjena im Burgenlandkreis. Es wurde im Jahr 2021 als Kleindenkmal in das Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt aufgenommen. Der grob behauene Kalkstein trägt wie ein Kreuzstein auf der Vorderseite ein sorgfältig ausgearbeitetes Kreuz, so dass er zu beiden Typen gezählt werden kann. Diese Sonderform der Sühnekreuze, die Kreuzstein und Steinkreuz vereint, kommt auch in Oberheldrungen vor. Beide Steinkreuze weisen Kreuzarme auf, die sich nach außen hin verbreitern, und zählen damit zum Typ der Tatzenkreuze. An dem oberen Kreuzarm befindet sich eine tiefere Kerbe unklarer Herkunft und Bedeutung. Das Sühnekreuz wurde im Jahr 2019 von Bodendenkmalpfleger Hans-Joachim Jasiulek restauriert und danach mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr wieder aufgestellt. Welches Verbrechen mit diesem Kreuz gesühnt werden sollte, ist unbekannt, da weder der Sühnevertrag noch eine lokale Sage überliefert ist' (wikipedia.org-wiki-Sühnekreuz_Großjena)

In der Aue ganz in der Nähe von Großjena kreuzte die bedeutende Altstraße 'Via Regia' (Königsstraße), im Teilstück zwischen Erfurt und Leipzig, die ebenfalls viel frequentierte Altstraße über den Hennenwald zwischen Naumburg und Freyburg. Der Standort des Steinkreuzes unmittelbar bei der heutigen Unstrutbrücke, ein alter Brückenplatz, deutet mit großer Wahrscheinlichkeit auf ein Brücken- bzw. Straßengericht einer der örtlichen Grundherrschaften hin (wikipedia.org-wiki-Brückengericht). Bereits seit dem frühen Mittelalter sind Steinkreuze zuweilen an oder auf Brücken bekannt oder wurden dort aufgefunden (Meißen/SN, Burgbrücke; Bielabrücke Königstein/SN; Wesenitzbrücke Lohmen/SN). Brückengerichte gehörten zu den Zent- bzw. Hohen Gerichten und werden ursprünglich den göttlichen Brückenschutz oder-frieden angezeigt haben im Sinne des alten Straßen- und Gewässerfriedens. In späterer Zeit trat wohl der Brückenheilige Nepomuk in gleicher Funktion an ihre Stelle. Wichtige Brücken waren verehrte Orte. Bezüglich der Kreuzdarstellung, im Gegensatz zur weltlichen Schwertdarstellung auf derartigen Flurdenkmälern, dürfte es sich um eine einstige kirchliche Gerichtsbarkeit gehandelt haben, vermutlich dem St. Georgenkloster Naumburg, deren göttlicher Gerichtsfriede von obigen Steinkreuz als Gerichtskreuz angezeigt wurde (Verf.)

Quellangaben: Lit.: 1. Stephan Altensleben, Rätselhafte Steinkreuze - Die Entdeckung ihrer wahren Bedeutung, Langenweißbach 2023, Internet: 1. Wikipedia.org-wiki-Sühnekreuz_Großjena m. Beschreibung u. Foto v. 4.8.2024 (Kopie), Urheber: 'Mario todte' (Eig. Werk) Liz.-Nr. CCO

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