quelle: lit. w. saal 1989

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urheber: rene b.

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Schkopau, OT Kollenbey, Saalekreis, im Ort, an der Turm-Westseite der ev. St. Nikolauskirche in ca. 7 m Höhe unter der Schallöffnung oberhalb eines kleinen Fensters vermauert, Steinkreuz

Maße: Höhe 75 cm, Br. 43 cm, T. ? (W. Saal 1989),  zeichenloses 'Tatzenkreuz' lat. Form aus Sandstein mit geradliniger Balkenverbreiterung (Verf.)

'Genau in der Symmetrieachse der Westwand des Turmes der Kirche Collenbey in etwa 7 m Höhe, aus der Flucht etwa 5 cm vorspringend. Sehr regelmäßiges Tatzenkreuz, das sich in der Höhe über 3 Werksteinschichten erstreckt. Der Fuß hat nahezu die Breite der Kreuzarme. Die nördliche Kopfecke ist beschädigt, wohl Verwitterungsschäden. Sandstein. Sehr wahrscheinlich für den Neubau des Kirchturmes erst Ende des 19. Jh. angefertigt' (Lit. W. Saal 1989)

Geschichte:
Die ältesten Teile der ev. St. Nicolaus-Kirche (Nikolaus von Myra) stammen aus dem 12.-13. Jahrhundert. Aus dieser Zeit geht auch ein örtliches Rittergut hervor. Um 1877 wurde der heutige westliche Teil der Kirche (dunkles Mauerwerk), wo auch das Steinkreuz integriert ist, an- oder umgebaut. Kollenbey (früher Collenbey) gehörte bis 1815 zum hochstift-merseburgischen Amt Merseburg, das seit 1561 unter kursächsischer Hoheit stand und zwischen 1656/57 und 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg gehörte (Verf. frei nach wikipedia.org-wiki-Kollenbey) 

Anmerkung:
Eine Anfertigung des Steinkreuzes allein für diesen Neu- bzw. Umbau, wie es W. Saal erwägt, ist eher unwahrscheinlich. Die örtliche Angabe 'Sühnekreuz' ist völlig aus der Luft gegriffen, weil erstens keine archivalische Verbürgung existiert und zweitens wäre es äußerst ungewöhnlich ein Sühnekreuz in dieser Höhe zu vermauern. Diese Standortsituation und auch vom Typ des Kreuzes her spricht eher für ein einstiges Giebelkreuz des vorherigen Kirchenbaues (z.B. Uhrsleben,St. Petrikirche, Markersdorf, Zu Unser Lieben Frauen). Eine weitere in Betracht zu ziehende Herkunft wäre aus einer früheren Friedhofsbereinigung. Nicht selten wurden dabei ansprechende Grabkreuze erhalten, indem sie in die Bausubstanz der Kirchen eingefügt wurden (Verf.)

Quellangaben: Lit.: 1. Walter Saal, Steinkreuze und Kreuzsteine im Bezirk Halle, Halle 1989, S. 22, Nr. 2 m. Abb. 56 (Kopie), Internet: 1. google.com-maps-Kollenbey-Kirche m. Foto v. 2020 (Kopie), Urheber: 'Rene B.' (Eig. Werk)

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