steinkreuz sachsen-meissen standort kopie lit. dr. kuhfahl 1928 kopie lit. dr. kuhfahl 1928

Meißen, Lkr. Meißen, A: vor Haus *Freiheit Nr. 2 an der Schloßbrücke, ehemaliges Burglehen

Obertägige Maße: Höhe 1,35 m, Br. 0,45, T. 0,16, das Steinkreuz mit ersetztem oberen Schaftteil ist vermutlich ein ehemaliges Giebelkreuz des nahen romanischen Domes; es bezeichnet eine für Meißen historisch bedeutsame Stätte an der Gericht über Leben und Tod gehalten wurde; im 16. Jh. wurde das Torhaus des Vorderen Burgtores an der Schloßbrücke mit dem benachbarten Burglehen baulich vereinigt, etwa zum heutigen Gebäude Freiheit Nr. 2, das mit seinen vom Hohlweg an gerechneten sechs Stockwerken eines der größten Anwesen Meißens ist; seine Geschichte reicht weit zurück; nach der Überlieferung soll sich im 13. und 14. und frühen 15. Jh. neben dem Vorderen Burgtor, also auf einem Bergsporn neben der Schloßbrücke, die burggräfliche Vogtei befunden haben; das erklärt auch die burggräflichen, später markgräfl. Gerichtsverhandlungen auf der Schloßbrücke, die sog. ‘Brückengerichte’; die Stätte, wo die Vögte von Meißen im Auftrage des Burggrafen ihre Urteile sprachen, hat sich vermutlich in Form des Steinkreuzes mit den beiderseitigen Steinbänken bis auf den heutigen Tag erhalten; nicht ohne Berechnung wird man ein ehemaliges Giebelkreuz des romanischen Domes zur Kennzeichnung des Ortes aufgestellt haben (die Tatsache der schweren Beschädigung der Domwestfront samt den Türmen durch Blitzeinschläge im Jahre 1547 dürfte diesbezüglich von großer Bedeutung sein, Verf.) das Denkmal wird auch ‘Missionskreuz’ genannt - am Platze, nahe des Zieles ihrer Pilgerreise, dem Meißner Dom, hielten früher die Wallfahrer zur Vorbesinnung inne (Quelle: Hans-Jürgen Pohl, Tourist-Stadtführer Meißen, 1987)

Textauszug: Angrenzend an die Burggrafenburg, umschlossen von zwei weiteren Reichsgewalten (Markgraf und Bischof) an der höchsten Stelle des Bergplateaus, befand sich der Rote Turm (im Stadtwappen von Meißen als Symbol für Hohe Gerichtsbarkeit angenommen). Hier hatte auch die, aus der sächsischen Geschichte bekannte, Verurteilung des Bürgermeisters von Zwickau, Peter Mergenthal, und dreier seiner Ratsherren stattgefunden, welche unterhalb der heutigen Domplatzterrasse am 10.07.1407 an der Mauer des Rondells mit gewissen Zwischenfällen durch noch auszubildende Scharfrichter enthauptet wurden. Das steinerne Kreuz an dieser Stelle soll angeblich als Sühnekreuz an diese umstrittene Hinrichtung erinnern, weil sie zum Unmute des Burggrafen auf dessen Territorium stattfand. (Quelle: ...hotel-burgkeller- meissen.de-historie)

*Freiheit: der Name ‘Freiheit‘ geht auf einen Umstand zurück, dass die hier befindlichen Wohnstätten des meißnischen Landadels und reicher Domherren nicht den städtischen Behörden unterstellt und darum frei von allen städtischen Abgaben und Pflichten waren; nach der Reformation in Meißen um 1539 wurden viele Gebäude von der Landesschule übernommen; erst 1847 sind die Freiheit und ihre Umgebung verwaltungsrechtlich dem Rat der Stadt zugeschlagen worden; zum Gebiet der Freiheit gehörten auch Häuser an der Leinewebergasse, am Hohlweg und unter dem Schloßberg (Quelle: H.-J. Pohl, s.o.)

Quellangaben: Lit.: 1. Dr. G. Kuhfahl, Die alten Steinkreuze in Sachsen, Dresden 1928, S. 219, Nr. 159 m. Farbaufnahme Abb. 5a (Kopie) u. Nachtrag zum Heimatschutzbuch 1928 (1936) S. 39, Nr. 171

Meißen, B: im Hof des Stadtmuseum Meißen, Heinrichsplatz 3, ehem. Franziskanerkloster

Maße: Höhe 1,65 m, Br. 1, 02, T. 0,51, das Steinkreuz aus Sandstein lat. Form besitzt nach außen verbreiterte Enden, von daher ein sog. ‘Tatzenkreuz’; das Denkmal stand früher am Schweizerhaus beim Eingang des Rauhentales im Triebischtal und wurde um 1900 an den derzeitigen Standort verbracht

Quellangaben: Lit.: 1. Dr. G. Kuhfahl, s.o., S. 219, Nr. 160 m. Abb. 37 (Kopie) u. Nachtrag S. 40, Nr. 172

Meißen, C: (derzeit kein Foto verfügbar) nördl. des Einganges zum Domhof (Burgberg) Steinkreuz lat. Form aus Sandstein

c.2009 www.kreuzstein.eu