steinkreuz ostheim rhoen
andere seite
standort niklausgarten

Ostheim v. d. Rhön, Lkr. Rhön-Grabfeld: nördl. Ortsrand, am Fußweg zur Lichtenburg, kurz nach seiner Abzweigung von der ‘Burgstraße’, unmittelbar am östl. Zaun des Geländes des Wasserhochbehälters (Denkmal), Flur: ‘Niklausgarten’

Obertägige Maße: Höhe 1,22 m, Br. 0,48, T. 0,30, das Steinkreuz aus Sandstein besitzt markant halbkreisförmig gerundete Enden und läuft in einen ausgerundet verbreiterten Schaft aus, bzw. durch Einkehlung des oberen Schaftes erzeugter gedrungener Kreuzstand; auf der Vorderseite befindet sich eine fragmenthaft erhaltene, kaum noch entzifferbare Inschrift, die in den Bau- u. Kunstdenkmäler Thüringens, wie folgt angegeben wird:                                                                                                                                ‘... WALD DVCH DAS WETTER VOM HIMMEL ERSCHLAGEN WORDEN’  (Verf.)

Lit. G. Schätzlein, 1985, gibt dieses Unglück mit Sicherheit als identisch an, mit dem von M. Müller, 1879, in seinem Werk ‘Gau, Cent und Amt Mellrichstadt’ vermerkten: ‘1574, Die Ostheimer Vierer rügten bei der Cent, daß *vocem iucundidatis vormittags 10 Uhr der Amtsschreiber von der Lichtenburg vom Blitz erschlagen wurde’

*Vocem jucunditatis/Rogate – 5. Sonntag nach Ostern oder 6. Sonntag der Osterzeit (Quelle: wikipedia.org-wiki-Sonntage der Osterzeit)

Lit. W. Förtsch, 1909, bringt das Kreuz mit einem anderen Geschehnis in Zusammenhang: ‘1631 hat Martin Stirner von Willmars seine Frau den 5. November am Burgwege am Nikolausgarten (wo noch jetzt ein Kreuz steht) mit dem Brotmesser in den Leib gestochen, daß sie den Tag darauf gestorben’

hinweistafel in situ
kopie lit. g. schaetzlein 1985

Quellangaben: Lit.: 1. Gerhard Schätzlein, Steinkreuze und Kreuzsteine im Landkreis Rhön-Grabfeld, Mellrichstadt 1985, S. 98-99, Katalog-Nr. 5527.4 m. Abb. (Kopie), daraus: 2. C. Binder, in: Das ehemalige Amt Lichtenberg, S. 189, Zeitschrift des Vereins für thüringische Geschichte, Bde. 16-18, Jena 1876, 3. Michael Müller, Gau, Cent u. Amt Mellrichstadt, Mellrichstadt 1879, 4. W. Förtsch, Bilder aus der Vergangenheit und Gegenwart der Stadt Ostheim, Ostheim 1909, S. 110; 5. Jürgen Reinhardt, Steinkreuze und Kreuzsteine der Rhön, Fulda 1999, S. 132, Nr. 5527.5 m. Abb.; Kopie Hinweistafel vor Ort

Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-Liste der Baudenkmäler in Ostheim v.d. Rhön, OT Lichtenburg: Hinterm Steinernen Kreuz; hinter dem Wasserbehälter am Fußweg zur Lichtenburg, Steinkreuz, Gedenkkreuz für einen 1574 an diesem Ort vom Blitz erschlagenen Amtsschreiber, Nr. D-6-73-153-63

standort hermannsfelder weg

Willmars, OT Völkershausen, Lkr. Rhön-Grabfeld, ca. 850 m östl. des Ortes, südseitig an der ‘Hermannsfelder Straße’, ca. 100 m vor dem Waldbeginn, ‘Ritterkreuz’, Flur: ‘Hermannsfelder Weg’

steinkreuz voelkershausen andere seite

Obertägige Maße: Höhe 1,20 m, Br. 0,80, T. 0,18, das Steinkreuz lat. Form aus grauem Sandstein besitzt gerundete Enden, sowie gerundete Kreuzarmwinkel, Schaft verjüngt sich unwesentlich nach unten, Kantenübergänge ebenfalls gerundet, allgemeine Oberflächenauswitterung, beidseitig eingehauene Inschrift in Versalien:

kopie lit. g. schaetzlein 1985 andere seite kopie lit. g. schaetzlein 1985 ritterkreuz
kopie lit. j. reinhardt 1999

Vorderseite: ‘CHRISTUS IST MEIN LE / BEN, STERBEN IST MEIN / GEWINN. DEM HABE / ICH MICH ERGEBEN, MIT / FREUD FAHR ICH DAHIN’

Liedervers, Verfasser u. Entstehungszeit unbekannt, vermutlich eingeschlagen worden als die noch heute gebräuchliche Melodie von Melchior Vulpius von 1609 noch nicht eingebürgert war - vorherige Fassung: ‘Christus ist mein Leben’, Fassung nach Melodie v. Vulpius: ‘Christus, der mein Leben ist’; die ältere Fassung scheint in Ostheim noch 1639 gebräuchlich gewesen zu sein, wie ein Eintrag in der Sterbematrikel von Ostheim ausweist; eine Änderung des Gesangbuches mitten im 30-jährigen Krieg ist unwahrscheinlich, damit Hinweis auf 1551 oder 1651 bzgl. der Inschrift der Rückseite (Verf. frei nach Lit. G. Schätzlein, 1985)

Rückseite: ‘..51 (? unleserlich) IST DER EHRN- / VESTE UND M.... TE / JOHANN D..... VON / HERMANNSFELD CH. / SACHS TINAUISCHEN / REG. LEUTENANT AN / DIESER STETE ERTO- / CHEN WORDEN’

das Kursächsische Regiment könnte Stinau (Steinau) oder auch Tinau (Thüna) lauten; tatsächlich existierte ein Steinauisches Regiment mit dem Regimentsführer Wolf Adam von Steinau, genannt Steinrück (1572-1652); er war 1622 würzburgischer Oberst über ein Reiterregiment, dann Ritterhauptmann des Kantons Rhön u. Werra, auch Ritterschaftsdirektor bis 1630; 1632 bis 1635 führte er als schwedischer Oberst ein Reiterregiment in Franken u. nahm an der Eroberung von Königshofen teil; 1635 ist er 63 Jahre alt gewesen; auch der Name Tinau kommt in der engeren Heimat vor - ein ‘Reichs frey und Hochwohlgeborner’ Herr Friedrich Samuel von Tinau wird am 17. Februar 1693 in der Stadtkirche zu Ostheim beigesetzt; er ist 37 Jahre und 10 Monate alt geworden (Verf. frei nach Lit. G. Schätzlein, 1985)

die Sterbefälle in Völkershausen wurden nach der Reformation in der Ostheimer Sterbematrikel verzeichnet (ab 1630 im Pfarramt Ostheim), worin über den Totschlag nichts vermerkt ist; von daher müsste die Untat in eine Zeit vor 1630 einzuordnen sein; der gesicherte Name des zu Tode gekommenen steht noch heute nicht zweifelsfrei fest, der Volksmund spricht von einen Ritter mit Roß, der unter dem Kreuz in voller Rüstung begraben liegt (Verf. frei nach Lit, G. Schätzlein, 1985)

Quellangaben: Lit.: 1. G. Schätzlein, 1985 s.o., S. 100-104, Katalog-Nr. 5527.5 m. 2 Abb. (Kopie), daraus: 2. G. Schätzlein, in: Rhönwacht, 1974, S. 3-4; 3. J. Reinhardt, 1999 s.o., S. 128, Nr. 5527 m. Abb. (Kopie); Internet: 1. ...geodaten.bayern.de-Bayer. Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler, Willmars, OT Völkershausen: Hinteres Rottland, Steinkreuz, sog. Sühnekreuz, mit Inschrift, Sandstein, bez. .."51", östlich des Ortes an der Straße nach Herrmannsfeld, nachqualifiziert, Nr. D-6-73-182-19

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