steinkreuz seelitz andere seite
standort bruecke erlbach

Seelitz, Lkr. Mittelsachsen, A: ca. 300 m südl. des Ortes, westseitig an der Kolkauer Straße, unmittelbar südwestl. der Brücke über den Erlbach auf der linksseitigen Uferböschung, etwas versteckt im Niederholz

Obertägige Maße: Höhe 1,03 m, Br. 0,48, T. 0,20, das Steinkreuz lat. Form aus Porphyr mit gerundeten Enden zeigt auf der Westseite, etwa aus dem Kreuzungsfeld beginnend bis in den unteren Schaft, zwei vertikal linear eingetiefte Doppellinien, evtl. zwei bisher nicht mehr erkennbare Waffen bzw. Werkzeuge oder es handelt sich um den Rest einer ehemals größeren Darstellung (Verf.) auch aus einer Zeichnung von W. Clemens Pfau, 1894, geht nicht eindeutig hervor um welche Objekte es sich handelt; nach älterer Literatur eine Axt, Dreschflegel, Bergmannsbarte oder Beil; das Denkmal wurde 1959 von zwei Kreisdenkmalpflegern aufgerichtet und um 190° gedreht, dabei wurden unter dem Kreuz frühzeitliche Scherben gefunden; 1972 wurde das Kreuz im Zuge von Brückenbauarbeiten um zwei Meter versetzt (vermutlich nach Süden, Verf.) und dabei wieder um 180° gedreht; am Kreuz spuke ein Kalb                                 (Verf. nach ...rochlitzer-muldental.de)

Quellangaben: Lit.: 1. Zeichnung von Prof. Dr. W. C. Pfau um 1894 (s. Rubrik Literatur-Publikationen), 2. Dr. G. A. Kuhfahl, Die alten Steinkreuze in Sachsen, Dresden 1928, S. 221, Nr. 235 u. Nachtrag zum Heimatschutzbuch (1928) 1936, S. 42, Nr. 253, Internet: 1. ...rochlitzer-muldental.de-Prospekt des Heimat- u. Verkehrsvereins Rochlitzer Muldental, August 2006, Auf den Spuren des Rochlitzer Porphyrs, Seelitz, Kap. 10, S. 28-29 m. Zeichnung v. W. C. Pfau um 1894

steinkreuz seelitz andere seite
standort

Seelitz B: westl. Ortsausgang an der Westseite der Straße nach Zöllnitz (Kolkauer Straße) ggü. der Annenkirche, nahe der Grundstücksgrenze letztes Anwesen

Obertägige Maße: Höhe 0,90 m, Br. 0,65, T. 0,22, das parallelkantige Steinkreuz lat. Form aus Porphyr mit abgerundeten Ecken weist eine reparierte Bruchstelle am Schaftansatz auf; nach regionalen Angaben handelt es sich um das einzige Steinkreuz dieser Art in der Gegend um Rochlitz, das die eingerillte Darstellung einer menschlichen Gestalt mit ausgestreckten Armen zeigt, die verschiedentlich gedeutet wird; zuweilen als Mönch oder Geistlicher in langer Gewandung mit zum Gebet erhobenen Armen, das aus der Zeichnung v. W. C. Pfau, 1894, hervorgeht; von daher wird das Kreuz auch als Stationskreuz angesehen, an dem die kath. Prozession hielt oder auch als Pilgerstation vorreformatorischer Zeit, wobei hier ein Pilger begraben liege, der nicht auf dem Friedhof beerdigt werden durfte; weiterhin bringt man das Denkmal mit dem Seelitzer Bergbau in Verbindung, es soll als Altarkreuz für Bergleute am Eingang eines Stollens gestanden haben (Verf. nach ...rochlitzer-muldental.de)

Quellangaben: Lit.: 1. Dr. G. A. Kuhfahl, 1928 s.o. S. 221, Nr. 236 u. Nachtrag zum Heimatschutzbuch (1928) 1936, S. 42, Nr. 254, Internet: 1. ...rochlitzer-muldental.de-s.o. (gl. Titel) Kap. 10, S. 33-34 m. Zeichnung W. C. Pfau um 1894

verschollene Objekte: 1. Seelitz, ein nicht näher beschriebenes Steinkreuz stand ‘Beim grünen Weg’ in Seelitz (Quelle: 1. Dr. G. A. Kuhfahl, 1928 s.o. Verz. II Verschwundene Steinkreuze, Seelitz bei Rochlitz, S. 227, Nr. 61, daraus: 2. Prof. Dr. W. C. Pfau, in: Unsere Heimat, Rochlitz 1905, S. 18, 191 flg. 

steinkreuz fischheim andere seite
standort

Seelitz, OT Fischheim, Lkr. Mittelsachsen, nordöstl. Ortsrand an der Flurgrenze zu Steudten, ca. 50 m südöstl. der Gaststätte ‘Zur Einkehr’, Fischheimer Straße 3, oberhalb des Parkplatzes vor markanter Eiche

Obertägige Maße: Höhe 1,05 m, Br. 0,55, T. 0,19, das Steinkreuz lat. Form aus Porphyr weist oberseitig Abschürfungen auf, die wohl standortbedingt von der Feldbewirtschaftung herrühren, da das Kreuz früher zwischenzeitlich bis zu den Armen eingesunken war, wovon auch die hellere Verfärbung des Schaftes zeugt (Verf. nach Foto aus Prospekt ...rochlitzer-muldental.de); etwa unterhalb des Kreuzungsfeldes beginnend bis in den unteren Schaft die linear eingetiefte Darstellung eines auf der Spitze stehenden Messers mit gut erkennbaren Übergang von Griff und Schneide (Verf.) nach Lit. Kuhfahl eine Kerze, worüber er schreibt: ‘Eine andere seltsame Zeichnung, über deren Bedeutung man wiederum verschiedener Ansicht sein kann, zeigt sich an dem ausgegrabenen Porphyrkreuz von Fischheim. Ich möchte die oben und unten verbundene Doppellinie für eine Kerze halten, deren Docht und Flammenkegel gleichfalls schwach angedeutet ist’ (Lit. Kuhfahl, 1928, S. 127, s.r. Kopie, nach Lit. R. Steche, Bau- u. Kunstaltertümer, Rochlitz 1890, Heft 14, S. 97 m. Abb.)

Textauszug Lit. Kuhfahl, 1928, S. 97-98 nach Lit. Prof. Dr. W. C. Pfau im Rochl. Tagesblatt vom 28 Nov. 1922: ‘Schließlich hat auch das Porphyrkreuz von Fischheim bei Rochlitz seine Wiederkehr zum Sonnenlicht erlebt, es stand an der sog. Leineweberangst, einem Fußweg, der östlich des Dorfes hinter den Gütern hinführt und war dort im Jahre 1911 in eine besonders ausgeschachtete Grube geworfen worden, weil die Bauern sich nachts davor gefürchtet hatten. Nach mancherlei Bemühungen hat es der heutige Feldbesitzer aber wieder gesucht und am alten Platz erneut aufgestellt. So spaßhaft ein solcher ländlicher Vorgang uns heute in aufgeklärten Zeiten zunächst anmutet, so sehr gibt er als Zeugnis uralten unausrottbaren Aberglaubens doch bei ernsthafterer Betrachtung zu denken.’

Standortangabe Lit. Kuhfahl, Nachtrag zum Heimatschutzbuch (1928) 1936, S. 36, Nr. 71: ‘Vom Besitzer 1911 am Standort vergraben. Im Herbst 1923 wieder ausgegraben und am schmalen Fußweg, der von der Steudtener Schänke von der Dorfstraße abzweigt und östlich an den Fischheimer Gütern entlang führt, neu aufgestellt, Messer auf der Vorderseite’

‘Ein Sühnekreuz steht in Fischheim am Fußweg, links nach dem Schaukelsteg, etwa 150 m abseits der Erlebnistour oberhalb des Parkplatzes’                             (...rochlitzer-muldental.de)

Quellangaben: Lit.: 1. Dr. G. A. Kuhfahl, 1928 s.o. S. 47, 98, 127, 186, S. 215, Nr. 60 m. Abb. 79, S. 123 u. Nachtrag zum Heimatschutzbuch (1928) 1936, S. 36, Nr. 71, daraus obige Quellen, Internet: 1. ...rochlitzer-muldental.de-s.o. Kap. 6, S. 22 m. Zeichn. v. W. C. Pfau um 1894

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