h. bormuth 1975

Abtsteinach, OT Unter-Abtsteinach, Lkr. Bergstraße, südwestl. des Ortes, neben dem Weg nach Trösel zur Galgenhöhe (günstig erreichbar: die 'Weinheimer Straße' erreicht ortsauswärts kurz nach den letzten Anwesen einen Spielplatz mit Parkplatz, hier ist dem in südwestl. Richtung abzweigenden Fahrweg ca. 400 m zum Standort bei einer Weggabelung zu folgen), Steinkreuz

Obertägige Maße: (aktuell nicht bekannt) Höhe 0,44 m, Br. 0,61, T. 0,18 (Ang. H. Bormuth, 1975)

Ang. H. Riebeling, 1977: 'Maße: Höhe 0,44 m, Br. 0,61, T. 0,18, Material: Sandstein, Standort: Neben dem Weg nach Trösel zur Galgenhöhe. Das niedrige Steinkreuz ist stark beschädigt. Sage: Im Dreißigjährigen Krieg herrschte im Lande große Hungersnot. Selbst auf Mäuse wurde Jagd gemacht. Zwei heimkehrende Soldaten fingen an dem Ort, an dem jetzt das Kreuz steht, eine Maus. Über die Teilung der Beute gerieten sie in Streit und erschlugen einander.' (Textkopie H. Riebeling, 1977)

Ang. H. Bormuth, 1974/75: 'Neben dem Weg, der von der Straße Unter-Abtsteinach-Trösel zur Galgenhöhe führt, steckt ein niedriges Kreuz, das starke Beschädigungen aufweist. Das Kreuz ist bisher in der Literatur nicht erwähnt. Rolf Reutter fand es, als er Material für die Festschrift von Trösel suchte (R. Reutter, frdl. Mitteilung vom 16. 8. 1972). Er hat auch die mit dem Kreuz verbundene Sage feststellen können (ident. H. Riebeling). ...Die Maus soll, so Reutters Gewährsmann, die Frau darstellen, die - cherchez la femme ! - bei jedem Unheil unentbehrlich ist. Der gegenseitige Totschlag ist ein beliebtes Sagenmotiv, in dem die Sagenforscher zuweilen den Kampf der Jahreszeiten sehen. Wir kennen das Motiv schon von anderen Steinkreuzen im Kreis Bergstraße. Das Kreuz steht m. E. im Zuge einer Altstraße, die nach Heidelberg führt. An dieser Straße steht auch der 'Hirtenstein', ein Steinkreuz bei dem ebenfalls von gegenseitigem Töten, hier allerdings aus religiösem Eifer, erzählt wird (C. Christ). Auch der sagenumwobene sog. Falscheid liegt an dieser alten Straße (R. Matthes/Fr. Langheinz). (Textkopie H. Bormuth, 1974/75)

Quellangaben: Lit.: 1. Heinrich Riebeling, Steinkreuze und Kreuzsteine in Hessen, Dossenheim/Heidelberg 1977, S. 195, Nr. 6418.5, TK 6418 R 84700 H 87400, daraus: 2. Bormuth, Heinz, Die alten Steinkreuze im Lkr. Bergstraße, Kr. Bergstr. 1974, H. 7, S. 41-91 u. Sonderdruck aus Geschichtsblätter Kr. Bergstraße 1975, S. 55-56, Nr. 1.7 m. Foto 7 (Kopie): [W.] Eine Sage aus Unter-Abtsteinach, in: Der Rodensteiner, 1932, H. 5 u. Matthes, Richard, Sagen aus dem Kreis Bergstraße, Bensheim 1972 u. Langheinz, Fr., Sagen und Gebräuche aus der Gegend von Hirschhorn, in: Archiv für Hess. Geschichte, 1875, H. 1, 3. Christ, Carl, Denkmäler aus der Gegend von Heidelberg und vom Odenwald, in: Kurpfälzer Jahrbuch 1925, S. 116-125

Internet: 1. ...abtsteinach.de-Unter-Abtsteinach-uraltes Steinkreuz und mehrere Bildstöcke entlang der Hohen Straße

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