quelle: lit. w. saal 1989
quelle: lit. w. saal 1989

Weißenfels, Burgenlandkreis, im Ort, im Museum Weißenfels im Schloss Neu-Augustusburg, 'Zeitzer Straße Nr. 4' (z.Z. magaziniert), 2 Steinkreuze

Maße: A: (aktuell nicht bekannt, derzeitige Situation nicht bekannt), Steinkreuz aus Sandstein mit markanter geradliniger Schafterweiterung und parallelkantigen Kreuzstand, B: (aktuell nicht bekannt, derzeitige Situation nicht bekannt), Steinkreuz aus Sandstein mit Schaft vergleichbar mit A, Kopf und Arme nach außen verbreitert, linker Arm abgebrochen, vor Ort erhalten (Verf.)

'I. Lateinisches Tatzenkreuz mit wesentlich stärker verbreiterndem Schaft. Der wohl parallelkantige Fuß von Armbreite ist einseitig noch als 11 cm hohes Reststück erhalten. Der linke Arm ist abgebrochen, befindet sich aber auch im Museum. Die Verwitterungsschäden sind geringfügig; die Rückseite ist rauher als die Vorderseite. Sandstein. Höhe 67 cm, Br. 56 cm, T. 21 cm. Der Fuß hat einen Querschnitt von 48 cm x 30 cm. 15./16. Jahrhundert. Das Kreuz wurde 1969 beim Abriß eines Grundstückes in der Schützenstraße, Ecke Friedensstraße, gefunden, gelangte unerkannt nach Weißenfels-West, wo es in einem Gartengrundstück für Bauarbeiten verwendet werden sollte, dort aber erkannt und ins Museum gebracht worden.

II. Parallelkantiges lateinisches Kreuz mit sich verbreiterndem Schaft. Am Kopf ist es leicht abgeschlagen und der rechte Arm zeigt wie der Kopf Verwitterungsschäden. Sandstein. Höhe 53 cm, Br. 37 cm, T. 12 cm. Frühes 16. Jahrhundert, möglicherweise aber noch jünger. Das Kreuz soll aus der abgebrochenen Rundmauer auf dem Georgenberg stammen. Der ursprüngliche Standort ließ sich nicht mehr genau ermitteln, und es wird daher vermutet, daß für dieses Kreuz auch der Standort am Hohlweg durch den sogen. 'Hochheim' nach Langendorf zutrifft bzw. auch der an der Präparandenanstalt, die sich nicht weit entfernt von dem vorerwähnten Wege befand. Nach Neumann soll das Kreuz zwar ein eingeritztes Schwert getragen haben, aber es ist nicht ersichtlich, worauf sich Neumann bezieht, denn es war mindestens schon 15 Jahre vor der Niederschrift seiner Arbeit unbekannt verschollen. Nach Neumann soll es bei Erweiterungsbauten der Oettlerschen Brauerei verschwunden sein. Sichere Kunde gibt nur G.E. Otto in den 'Historischen Nachrichten von der Pflege Weißenfels' (1795) mit 'in der Niklasvorstadt beim sogenannten Hochheim am Ufer des alten Schießplatzes'

Es ist anzunehmen, daß das im Museum aufbewahrte Kreuzoberteil zu den Armkanten gleichlaufende Fußseiten hatte. Es dürfte daher wohl kaum ein Giebelkreuz gewesen sein, sondern vermutlich ein Memorialkreuz. Vom aufgestellten Kreuz dürfte ursprünglich kaum mehr zu sehen gewesen sein, als jetzt noch zu sehen ist, da die größte Schaftbreite nur 5 cm unter der Armbreite liegt, wobei die derzeitige Kreuzunterfläche mit großer Sicherheit einen natürlichen Bruch ausschließt' (Lit. W. Saal 1989)

Anmerkungen
Georgenberg: südl. der Kernstadt; Präparandenanstalt: Schule; Hochheim: 'Am Hochheim', südl. Stadtgebiet (Verf.)

verschollene Objekte
Weißenfels, OT Leißling: 'Nur der unter Weißenfels erwähnte Amtslandrichter Otto erwähnt den Standort eines Steinkreuzes vor dem Dorfe Leißling, auf dem Berge zunächst dem Fußsteige (Lit. W. Saal 1989, S. 42, V4. Leißling)

Quellangaben: Lit.: 1. Walter Saal, Steinkreuze und Kreuzsteine im Bezirk Halle, Halle 1989, S. 42, Nr. 4./5. m. Abb. 167/168 (Kopien), daraus: 2. Neumann, Alte Steinkreuze in der Gegend der mittleren Saale, in: Beil. zum Programm der Oberrealschule Weißenfels 1907, Internet:

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